Mülltrennung in Österreich: So trennen Sie richtig
By Das BinMinder-Team
Österreich gehört zu den Recycling-Meistern Europas — doch die Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und oft sogar von Gemeinde zu Gemeinde. Dieser Leitfaden erklärt das Grundsystem, das fast überall gilt, und die Feinheiten, die man kennen sollte.
Gelbe Tonne oder gelber Sack: Kunststoffverpackungen
Hierher gehören alle Kunststoffverpackungen: Becher, Flaschen, Folien, Tuben, Schalen und Styropor. Seit der letzten Reform gilt das auch für kleine Kunststoffteile wie Joghurtdeckel und Becher unter einem Liter — was früher regional unterschiedlich geregelt war, ist heute weitgehend vereinheitlicht. Wichtig ist wie überall: Nur Verpackungen. Plastikspielzeug, Gießkannen oder Blumentöpfe gehören in den Restmüll beziehungsweise zum Altstoffsammelzentrum.
Die Metalltonne: Dosen und Kleinteile
In vielen Regionen gibt es eine eigene Sammlung für Metallverpackungen und kleine Metallteile: Konservendosen, Getränkedosen, Kronkorken, Aludeckel und Alufolie. Wo es keine eigene Tonne gibt, kommt das in den gelben Sack — die Detailregel Ihrer Gemeinde finden Sie auf deren Abfallkalender.
Die blaue Tonne: Papier
Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Schreibpapier und gut gefaltete Kartons gehören ins Altpapier. Nicht hinein dürfen: beschichtete und geölte Papiere, fettige Pizzaschachteln, gebrauchte Taschentücher und Getränkekartons — letztere sind Verbundverpackungen und gehören in die gelbe Tonne beziehungsweise den gelben Sack.
Die Biotonne: organisch, aber ohne Plastik
Küchen- und Gartenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen und Schnittgut werden kompostiert. Die wichtigste Regel: kein Plastik, auch keine sogenannten kompostierbaren Säcke — die verrotten in den Anlagen nicht schnell genug. Zum Auslegen eignet sich Zeitungspapier.
Glas: Weiß und Bunt getrennt
Altglas gehört an die Container, getrennt nach Weißglas und Buntglas. Grünes und braunes Glas darf zusammen in den Buntglascontainer, Porzellan, Fensterglas und Trinkgläser gehören dagegen nicht hinein. Abgelöste Deckel kommen in die Metall- beziehungsweise gelbe Sammlung.
Pfand: Mehrweg gibt es schon lange, Einweg ist neu
Mehrwegflaschen aus Glas und PET gehen wie eh und je zurück in den Handel. Hinzu kommt das Einwegpfand von 25 Cent auf Plastikflaschen und Getränkedosen — erkennbar am Pfand-Logo auf dem Etikett. Diese Behälter gehören zurück an die Rücknahmestellen im Handel, nicht in die gelbe Tonne: Das ist besser fürs Klima und fürs Geldbörserl.
Textilien, Speiseöl und Kaffeekapseln
Saubere, tragbare Kleidung gehört in die Altkleidersammlung oder zum Sozialmarkt — auch verschlissene, aber saubere Stücke werden in den Textilcontainern angenommen und weiterverwertet. Stark verschmutzte oder nasse Textilien dagegen in den Restmüll. Speiseölreste nehmen viele Gemeinden in verschlossenen Flaschen an Spezial-Sammelstellen entgegen, wo daraus unter anderem Biodiesel wird — niemals in den Ausguss, wo Öl Rohre verstopft und Kläranlagen belastet.
Und noch ein Klassiker: Kaffeekapseln aus Aluminium. Sie gehören nicht in den gelben Sack, sondern zu den Rücknahmestellen der Hersteller oder in die Metallsammlung — viele Anbieter stellen dafür eigene Sammelbeutel zur Verfügung.
Restmüll und Sonderfälle
In den Restmüll gehört nur, was wirklich nicht verwertbar ist: Windeln, Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel, verschmutzte Verpackungen und zerbrochenes Porzellan. Batterien, Elektrogeräte, Medikamente und Problemstoffe wie Farben oder Öle gehören niemals in den Hausmüll — dafür gibt es das Altstoffsammelzentrum und die mobilen Problemstoffsammlungen der Gemeinden.
Die Leerungstermine unterscheiden sich je nach Gemeinde deutlich — mit BinMinder vergessen Sie trotzdem keine mehr.