Mülltrennung in Deutschland: Der große Leitfaden zu Tonnen und Farben
By Das BinMinder-Team
Deutschland trennt Müll seit Jahrzehnten — und trotzdem landet fast jede zweite Tonne falsch befüllt am Straßenrand. Dabei ist das System gar nicht kompliziert, wenn man einmal verstanden hat, welche Tonne wofür gedacht ist.
Die gelbe Tonne (oder der gelbe Sack)
Hierher gehören Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial: Joghurtbecher, Zahnpastatuben, Duschgel- und Shampooflaschen, Konservendosen, Kronkorken, Alufolie und Getränkekartons wie Milch- oder Saftpackungen. Entscheidend ist: Es geht um Verpackungen, nicht um das Material. Ein kaputter Plastikeimer, eine alte Zahnbürste oder ein Kinderspielzeug gehören trotzdem in den Restmüll — auch wenn sie aus demselben Plastik bestehen wie ein Joghurtbecher.
Verpackungen müssen nicht gespült werden, sollten aber löffelrein entleert sein. Deckel bitte abnehmen und separat einwerfen, damit die Sortieranlage beide Teile erkennt.
Die blaue Tonne (Altpapier)
Zeitungen, Zeitschriften, Kartons, Briefumschläge, Eierkartons und Papiertüten kommen in die blaue Tonne. Kartons bitte klein falten, damit die Tonne sinnvoll gefüllt ist. Nicht hierher gehören: beschichtete Papiere (Fotopapier, Backpapier), gebrauchte Taschentücher, fettige Pizzakartons und eben die Getränkekartons — die gehören in die gelbe Tonne.
Die Biotonne (braun oder schwarz)
Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel, Eierschalen, Gartenabfälle wie Laub und Schnittgut sowie Speisereste gehören in die Biotonne. Kochendes heiß: Keine Plastiktüten — auch keine „kompostierbaren" Bio-Beutel, denn die verrotten in den Kompostieranlagen nicht schnell genug und werden von den meisten Kommunen ausdrücklich untersagt. Zeitungspapier oder Papiertüten zum Auslegen sind dagegen fast überall erlaubt.
Der Restmüll (schwarz oder grau)
Alles, was nicht verwertbar ist: Windeln, Zigarettenkippen, Staubsaugerbeutel, Katzenstreu, Keramik, Porzellan, kaputtes Geschirr und verschmutzte Verpackungen, die sich nicht mehr reinigen lassen. Wer gut trennt, merkt schnell: Die Restmülltonne wird erstaunlich selten voll.
Glas, Pfand und Co.
- Glas: gehört an den Altglascontainer — getrennt nach Weiß-, Grün- und Braunglas. Kronkorken und Deckel kommen in die gelbe Tonne. Trinkgläser, Porzellan und Fensterglas gehören nicht zum Altglas, weil sie einen anderen Schmelzpunkt haben.
- Pfand: Einwegflaschen mit Pfand-Logo (meist 25 Cent) und Mehrwegflaschen zurück in den Handel — wegwerfen ist bares Geld.
- Batterien: zurück an Verkaufsstellen oder zum Wertstoffhof — niemals in den Hausmüll, besonders Lithium-Akkus sind eine echte Brandgefahr im Müllwagen.
- Sondermüll: Farben, Lacke, Medikamente und Energiesparlampen gehören zum Wertstoffhof oder zur Schadstoffsammlung der Kommune.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
Ein paar Klassiker sorgen in fast jeder Kommune für Störungen bei der Sortierung:
- Fettige Pizzakartons in der blauen Tonne: Fett verunreinigt den Altpapier-Brei — saubere Teile abtrennen, fettige in den Restmüll.
- Einweg-Pfandflaschen wegwerfen: 25 Cent pro Flasche — und sie stören die Sortierung. Zurück in den Handel damit.
- Trinkgläser und Porzellan zum Altglas: beides hat einen anderen Schmelzpunkt und kann die Glasschmelze unbrauchbar machen.
- „Kompostierbare" Plastiktüten in der Biotonne: fast überall verboten, weil sie zu langsam verrotten.
Im Zweifel: Restmüll statt Wertstofftonne
Es klingt kontraproduktiv, ist aber die wichtigste Regel: Wenn Sie unsicher sind, gehört das Stück in den Restmüll. Eine falsch befüllte Wertstofftonne kann die ganze Ladung unbrauchbar machen, während ein einzelnes Recyclables im Restmüll „nur" verbrannt wird. Und die Abfuhrtermine für all diese Tonnen? Genau dafür gibt es BinMinder — damit keine Tonne mehr vergessen am Straßenrand steht.