Abfalltrennung in der Schweiz: Der komplette Leitfaden
By Das BinMinder-Team
Die Schweiz ist Weltmeisterin im Recycling — und hat dafür ein einzigartiges System: Wer mehr Restabfall produziert, bezahlt mehr. Wer konsequent trennt, spart bares Geld. Hier der Überblick über die wichtigsten Sammelkategorien.
Der Gebührensack: Restabfall kostet
In den meisten Gemeinden darf Restabfall nur im offiziellen Gebührensack (auch Kehrichtsack genannt) entsorgt werden, in anderen funktioniert es über Marken oder gebührenpflichtige Abrollcontainer. Der Sackpreis enthält bereits die Entsorgungskosten — das ist das „Polluter pays"-Prinzip. Konsequenz: Jeder Gegenstand, den Sie stattdessen einer kostenlosen Sammlung zuführen, spart direkt Geld. Säcke ohne offizielle Marke werden nicht mitgenommen, und illegal entsorgter Abfall wird konsequent verfolgt.
PET: Nur Getränkeflaschen
Die bekannten Sammelcontainer beim Detailhandel nehmen ausschließlich PET-Getränkeflaschen entgegen — erkennbar am PET-Logo auf dem Etikett. Andere PET-Verpackungen wie Schalen oder Folien gehören (noch) nicht in diese Sammlung, weil sie aus anderem Materialmix bestehen. Flaschen leer ausspülen, zusammendrücken, Deckel drauf — so spart das Volumen Platz im Container.
Kunststoff-Sammlungen: Es wird mehr
Viele Gemeinden und Detailhändler haben inzwischen Sammlungen für weitere Kunststoffe eingeführt: HDPE-Flaschen (Milch, Duschgel), Kunststoffschalen und teils ganze Mischsammlungen für Kunststoffverpackungen. Was genau angenommen wird, steht auf dem Container — im Zweifel gilt die örtliche Regel, denn die Angebote unterscheiden sich stark von Region zu Region.
Papier und Karton: getrennt und gebündelt
Papier und Karton werden in der Schweiz getrennt gesammelt und meist zu bestimmten Terminen direkt an der Strasse abgeholt. Papier bitte sauber gebündelt (mit Schnur oder in einer Papiertüte), Kartons flach gefaltet und ebenfalls gebündelt. Lose Blätter im Wind oder Nässe sind der Albtraum jeder Sammlung. Getränkekartons gehören übrigens nicht zum Karton — sie werden in vielen Gemeinden separat gesammelt oder gehören in den Gebührensack.
Glas, Alu und Weissblech
- Glas: an die Sammelstelle, getrennt nach weiss, grün und braun. Trinkgläser, Fensterglas und Porzellan gehören nicht hinein.
- Aluminium und Weissblech: Dosen, Aludeckel, Alufolie und Konservenbüchsen an den Sammelstellen oder im Detailhandel. Alu hat einen echten Materialwert — deshalb gibt es teils sogar Geld dafür.
- Nespresso-Kapseln: in den offiziellen Sammelbeuteln zurückgeben, im Detailhandel oder per Post.
Grüngut: kompostieren statt bezahlen
Küchenabfälle und Gartenmaterial gehören ins Grüngut — je nach Gemeinde als Abfuhr mit Grüncontainer, als Sammelstelle oder als Kompost im eigenen Garten. Grüngut ist in vielen Gemeinden gratis oder deutlich günstiger als der Gebührensack: Wer kompostiert, halbiert seinen Restabfall spielend. Bitte keine Plastiksäcke verwenden, auch keine „kompostierbaren".
Textilien: doppelt eingepackt
Alte Kleider und Schuhe gehören in die Textilsammlung — sauber, trocken und in geschlossenen Säcken doppelt verpackt, damit sie auf dem Transport nicht nass oder schmutzig werden. Tragbare Stücke werden weitergegeben, der Rest zu Putzlappen oder Isoliermaterial verarbeitet. Nasse oder schimmelige Textilien gehören dagegen in den Gebührensack.
Batterien und Kleingeräte: zurück in den Laden
Batterien und Elektrogeräte nehmen Verkaufsstellen kostenlos zurück — beim Kaufpreis ist die Recyclinggebühr (vRG) bereits enthalten. Öl, Speiseöl in verschlossenen Flaschen, sowie Sonderabfälle wie Farben und Chemikalien gehören an die dafür vorgesehenen Sammelstellen der Gemeinde.
Die Abfuhrtermine für Papier, Karton und Grüngut wechseln je nach Gemeinde und Kalenderwoche — BinMinder erinnert Sie rechtzeitig, damit die Bündel nicht eine Runde zu spät an der Strasse stehen.